An dunklen Tagen auf der Suche nach Farbe: Botanischer Garten Erlangen

Hallo ihr Lieben,

Kennt ihr die Aussage, das Wetter schlägt auf die Stimmung? So sehr ich vor allem den Winter etc. liebe, so oft merke ich auch, wie mir die dunkle Jahreszeit auf die Stimmung schlägt. Sonnenaufgänge sind sehr wichtig für meine mentale Gesundheit und meine Energie für den Rest des Tages. Nie bin ich so voller Tatendrang, Optimismus und guter Laune, wie wenn ich früh morgens fotografieren war. Aber nicht immer ist das möglich und auch damit muss man umgehen können.

Aufgrund des Umzugs meiner Schwester war ich vor ein paar Wochen in Erlangen und dort auch kurz im botanischen Garten. Zum ersten Mal (!) in diesem Jahr. Doch ich habe sofort gemerkt, ich war nicht in richtiger Stimmung. Es war ungemütlich, nasskalt, ich habe gefroren (was ich ja eigentlich nicht sehr oft tue), es herrschte ständiger Nieselregen und ein starker Wind, dunkle Wolken sowieso, ich hatte einfach keine Lust, mich draußen aufzuhalten, anstatt mich in die Decke zu kuscheln.

Dennoch konnte ich ein paar Fotos machen und hatte dann umso mehr Spaß, in Photoshop noch mit ein paar Texturen von Taydoo herumzuspielen. Sicherlich ist das Geschmackssache! Hier seht ihr links Yvonne, meine Zwillingsschwester und rechts mich 😉

So gelang mir noch dieses Foto der Hummel! Ist das nicht irgendwie krass, dass noch Ende September Hummel rumfliegen, bzw. hier in meinem Zimmer fliegt nun Mitte Oktober noch eine Biene immer zu ins Zimmer! Auch hier kamen wieder Overlays zum Einsatz, das sind diese gelben Partikel, wie immer man sie auch nennen mag. Der Rest wurde genau so vor Ort fotografiert und natürlich wurden die Farben verstärkt, das konnte ich mir in Lightroom bzw. Photoshop nicht nehmen lassen.

Hier habe ich durch den obigen Busch hindurch fotografiert und so die natürliche Rahmung des Bildes durch die Natur, die Umgebung und für das Motiv erhalten. Für die einen mag es konfus oder zu viel los sein, aber in letzter Zeit bevorzuge ich irgendwie die „viel los“ Bilder. Welche Art von Fotos findet ihr spannender?

Es blüht immer irgendwo etwas. An jedem noch so dunklen Tag gibt es einen Hauch von Farbe. Man muss nur genauer hinsehen. (und womöglich ein Makroobjektiv mithaben, um jenen Hauch Farbe besser sichtbar zu machen).

Auch hier machte ich mir Texturen zu nutzen, oben die weißen Sprenkeln wurden nachträglich hinzugefügt. Letzten Endes sind solche Overlays bei mir wirklich tagesabhängig. Mal kann ich davon nicht genug kriegen und mal finde ich sie vollkommen Fehl am Platz. Nach ca. 10-15 Minuten verließ ich den botanischen Garten wieder, froh, ins warme Zimmer zu kommen. Ich war frustriert und unzufrieden. Mein erstes Mal im botanischen Garten, ich hatte mich so gefreut und dann konnte ich es kaum erwarten, den Ort wieder zu verlassen. Nichtsdestotrotz haben nicht einmal 15 Minuten ausgereicht, um mich im Nachhinein an all die Farben zu erinnern.

Hättet ihr anhand der Bilder erkannt, was für ein wahrlich ungemütlicher Tag draußen herrschte? Nein, bestimmt nicht. Dafür ist das Makroobjektiv viel zu gut, das kleine groß abzubilden und letzten Endes hätte ich genauso gut die Fotos von weiter weg aufnehmen können, hätte das bisschen Farbe im Hintergrund mit den düsteren Wolken aufnehmen können. Tat ich aber nicht. Vielleicht wollte ich die Illusion eines farbenfrohen Sommertages? Jedenfalls war ich nach dem Sichten der Bilder überrascht, wie viele Bilder ich gemacht hatte, welche noch dazu eine solch farbenfrohe Realität darstellten.

Unsere Wahrnehmung ist teils abhängig von unserer Stimmung und genauso ist es mit der Fotografie auch.

Verfasst von

Fotografin, Autorin, Coverdesignerin, 27 Jahre.

4 Kommentare zu „An dunklen Tagen auf der Suche nach Farbe: Botanischer Garten Erlangen

  1. Hey Nadine, schöner Artikel 🙂 Ich kenne das auch manchmal, dass ich lieber auf der Couch und schön in der Decke eingekuschelt sein möchte, als draußen in der Kälte und Nässe herumzulaufen – aber eigentlich auch nur dann, wenn kein gutes Bild zustande kommt 😀 Ich finde dein Foto mit der Hummel auch echt schön! Ich mag die Bilder generell eher natürlicher, also ohne das Glitzer – aber natürlich jeder wie er mag 🙂 Bin gespannt auf deinen nächsten Beitrag! Lieben Gruß, Peter

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    1. Hey Peter, Dankeschön! 🙂 Ja, so gehts mir auch. Der Beitrag wäre sicherlich ganz anders geschrieben worden, wenn tatsächlich kein gutes Foto bei rumgekommen wäre 😀 Ja, deswegen habe ich das auch extra gesagt, dass das mit dem Glitzer Geschmackssache ist und eben auch bei mir sogar tagesabhängig ist, das ist vollkommen legitim, ob man das mag oder nicht 🙂 Dankeschön, freut mich! 🙂 Grüße zurück.

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  2. ich finde die bilder wunderschön und sie verschleiern den nasskaltgrau eindruck sehr gut. ich finde das auch spannend, weil es einem wieder zeigt, wie subjektiv die vermeintlich objektive fotografie doch ist. ich mag sowohl bilder auf denen viel los ist, als auch minimalistische, das kommt einfach sehr auf die gesamte bildgestaltung an 🙂 die farben und besonders das hummelbild liebe ich sehr!

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