Was für mich an Romantasy falsch läuft: ein Rant

Hallo ihr Lieben,

Heute werde ich mich ein bisschen aufregen, und zwar geht es dabei um meiner Meinung nach Probleme innerhalb des Genres Romantasy!

Unter „Romantasy“ versteht man die Kombination der beiden Genres Romance und Fantasy.

Quelle: https://ilovewriting.ullstein.de/romantasy-story/

Ich liebe Liebesgeschichten und ich liebe Fantasy, aber ich habe ein Problem mit Romantasy. Denn häufig sind dort gewisse Trends beliebt, die ich nicht nachvollziehen kann und äußerst toxisch finde. Auf Twitter hatte ich diesen Thread gemacht:

Daraufhin entbrannte eine Diskussion rund um solche gängigen Trends in dem Genre. Ein Buch verdeutlicht sehr gut, was ich meine: Die 11 Gezeichneten: Das erste Buch der Sterne, von Rose Snow. Eigentlich lese ich von dem Autorenduo sehr gerne was, aber mittlerweile häufen sich die Darstellungen der Bad Boys auf die immerzu gleiche, für mich toxische Art und Weise.

Warum ist es problematisch?

Weil Romantasy von der Zielgruppe her in der Regel eine jüngere Zielgruppe anspricht, vor allem junge, weibliche Erwachsene. Meine Befürchtung ist, dass junge Frauen dadurch ein Bild vermittelt bekommen, das es okay ist sie zu schlecht zu behandeln oder das man sich Beleidigungen etc. gefallen lassen kann, wenn man dafür geliebt wird. Und das vermittelt ein falsches Bild für eine Beziehung. Für eine gute Beziehung sollte Respekt auf Augenhöhe bestehen und meiner Meinung nach geht dieser Respekt bei manchen Geschichten verloren.

Im nachfolgenden ist die Rede von Bad Boys. Nicht alle Bad Boys sind direkt toxisch, das lässt sich so nicht verallgemeinern! Aber unter dem Begriff hat jeder ein Bild im Kopf. Auch ist nicht jeder enemies to lovers Trope direkt toxisch. Da gibt es viele gute, harmonische in dem Sinne Beispiele! Für mich entsteht dann ein Problem, wenn ich denke, dass die Protagonistin den love interest aufgrund seines Verhaltens eher weit in den Wind schießen müsste, das es ihr sogar besser täte, den Kontakt mit ihm abzubrechen etc., anstatt sich ihm in die Arme zu werfen, wenn er seine öffnet oder noch schlimmer, er sich ihr aufdrängt. Zwischen sexy und übergriffig liegt in meinen Augen teilweise auch eine schmale Grenze. Zum Beispiel, wenn der Mann sie an die Wand drückt, sie sich nicht wehren kann und ihr mit seinen abgestützten Armen an der Wand links und rechts andere Wege versperrt und sie dann küsst. Ich rede hier nicht von sexuellem Missbrauch, das will ich nicht unterstellen, aber bei manchen dieser Männer liegt meiner Wahrnehmung nach ein Selbstverständnis zugrunde, das die Frau ihn ja anziehend finden MUSS und geben ihr damit bei ungefragten Annäherungen wenig Spielraum. Abgesehen davon das es wieder eine Stärke und Macht Demonstration darstellt, weil sie sich wortwörtlich nicht befreien kann.

Seit wann ist Mobbing sexy?

Ich stelle diese Frage bewusst so provokativ, denn für mich grenzen manche Darstellungen an eine Form des Mobbings. Lest selbst im folgenden Zitat. Zum Kontext: Zuvor hatte Cedric sich über die Protagonistin lustig gemacht, dass sie es bestimmt so toll gefunden habe, als er sie einfach so geküsst hatte. Cas, der Bruder der Protagonistin, sagt Cedric solle seine Schwester in Ruhe lassen. Daraufhin stößt Cedric Cas mithilfe von Magie ins Wasser von einem Teich, indem Cedric das Wasser kontrolliert:

Mit einem Gurgeln ging Cas unter und ich sah ein zufriedenes Lächeln über Cedrics Gesicht huschen, […] Wieder versuchte er, auf die Beine zu kommen, und wieder riss ihn eine neue Welle zurück. Ich hörte die Leute lachen und sah, dass einige die Szene filmten. Wut stieg in mir auf […] „Wolltest du was sagen?“, fragte Cedric ruhig […].

Aus: Die 11 Gezeichneten: Das erste Buch der Sterne, von Rose Snow bei ca. 16% im E-Book.

Ich fand diese Szene wirklich widerlich. Ihr könnt euch denken, Cedric ist der coole, arrogante, selbstbewusste, sexy Love Interest. Aber warum wird jemand nach wie vor als anziehend beschrieben, warum ist so eine Person der Love Interest, nicht etwa der Antagonist? Ich konnte danach keinerlei Sympathie mehr für Cedric und die Liebesgeschichte empfinden, weil ich das Verhalten von ihm so falsch fand. Natürlich gibt es auch hier welche, die solch ein Verhalten nicht schlimm finden. Die vielleicht auch denken, ich übertreibe maßlos und das ist deren Gutes recht. Aber ich frage mich: wann fängt Mobbing an? Das „Ach komm, das ist doch nur Spaß“ Argument, hat jeder schonmal gehört, der gemobbt worden ist. Aber mit welcher Genugtuung hier eine verwandte Person, der Bruder, der Protagonistin vorgeführt und vor allen gedemütigt wird, ohne Reue, wie kann man die Person danach noch anziehend finden? Sicherlich achten die Autor_innen darauf, dass die Liebesgeschichte Zeit braucht, die Protagonistin findet Cedric am Anfang ebenso idiotisch, wie es sich angesichts seines Verhaltens zeigt. Aber ich habe das Gefühl, in Romantasy ist die Lehre:

Egal, wie idiotisch der Mann sich verhält, egal wie viele Gründe die Protagonistin hat, ihn nicht zu leiden und egal wie schlecht er sich ihr gegenüber verhält, am Ende kann man seiner Anziehung einfach nicht widerstehen. Und natürlich ist der Mann doch gar nicht so schlecht.

Auch hier ist meine These wieder bewusst überspitzt formuliert, aber letzten Endes scheint es mir wirklich so zu gehen. Obgleich der Bad Boy in der Regel eine Entwicklung durchmacht, am Anfang behandelt er die Protagonistin meistens schlecht. Er zeigt ihr die kalte Schulter, lässt sie nicht ausreden, sagt ihr andauernd wie nervig oder unattraktiv sie doch sei, ist abweisend, gerät gerne in Diskussionen. Natürlich kännte man auch hier sagen: anzicken ist nichts Schlimmes. Auch da ist es vollkommen okay, wenn man das nicht als schlimm bewertet, schließlich könnten die Männer noch viel schlimmer agieren. Allerdings gibt es auch hier solche Männer, die die Frauen härter anfassen, als es notwendig wäre und ihnen damit wehtun. Kann das ignoriert werden, nur weil sie einen Sixpack haben? (ich erinnere mich dabei an Silberschwingen 1: Erbin des Lichts von Emily Bold).

Ist Freundlichkeit uninteressant? Oder andersherum: Warum ist es so anziehend, Frauen schlecht zu behandeln?

Auch hier habe ich ein Zitat als Beispiel mitgebracht. Es ging darum, dass der Love Interest die Protagonistin geküsst hat. Besagter Love Interest hat sich bisher nicht durch seine Nettigkeit ausgezeichnet, gilt als gefürchtet, doch die Protagonistin stellt ihn zur Rede, weil sie glaubt, durch den Kuss zeige er seine Menschlichkeit, zeige er, dass er sie mag. Daraufhin wird er wütend und sagt:

»Bist du verdammt noch mal bescheuert? Glaubst du ernsthaft, du bedeutest mir was? Nach Jahren in diesem Haus bin ich verzweifelt genug, dass ich sogar die erstbeste hässliche Jägerschlampe anfassen würde. Das ist alles. Und du erträumst dir irgendeine bescheuerte Romeo-und-Julia-Liebesgeschichte, die allen Widrigkeiten trotzt.«

aus: Mel – Wächterin der Dämonen von Laura Cardea, 64% im E-Book

Bin ich die einzige, die solche Worte nicht so einfach vergessen würde? Wann ist es okay, jemanden absichtlich mit Worten zu verletzten?

Ich komme also wieder zurück zu meiner angesprochenen Höflichkeit/Freundlichkeit. Warum ist das langweilig? Unsexy? Warum kann der Love Interest nicht auch mal normale braune Augen haben, anstatt nachtgrau/schattenschwarz/mitternachtsblau/smaragdgrün/eisbonbonblau usw. Warum immer ein Sixpack, sexy Oberkörper, stählerne Muskeln? Warum immer dunkel, düster, unnahbar, geheimnisvoll, abweisend? Warum nicht „nur“ freundlich, ohne ständig zu flirten, einfach nur „normal nett und freundlich“? Weil langweilig? Aber muss es nicht auch was dazwischen geben? Zwischen diesen zwei Extreme?

Warum ist diese Art von Love Interest so beliebt?

Seien wir mal ehrlich. Je mehr Konfliktpotenzial, desto mehr Drama! Per se kann man das also Autor_innen nicht verübeln, diesen Weg einzuschlagen. Denn je schlimmer der Love Interest am Anfang ist, desto schlechter die Beziehung zwischen den beiden, desto größer die Entwicklung. Ich würde mir nur wünschen, dass häufiger auf andere Möglichkeiten zurück gegriffen wird, anstatt in toxische Beziehungsmuster zu verfallen.

Ich wünsche mir also für die Zukunft wirklich mehr ein anderes Bild von Beziehungen. Dass die Frau sich weniger gefallen lässt und damit meine ich nicht, dass sie zurückzickt, wenn der Mann sie anzickt, sondern das sie ihn nicht küsst, nur weil er heiß aussieht, obwohl er sie ja eigentlich so nervt. Ich weiß, das das Trope enemies to lovers auf dem Buchmarkt eher beliebt ist, das viele solche ständigen Zickereien amüsant finden, das ein Sixpack und düsterer Blick vielleicht den Fantasien der meisten Leser_innen entspricht und das nur wenige Verlage natürlich einen Grund sehen, am derzeitigen Trend etwas zu ändern, wenn es sich verkauft. Nahezu alle Klappentexte haben doch immer den unnahbaren, mysteriösen Fremden im Klappentext, mit den stahlgrauen/nachtschwarzen/eisbonbonblauen Augen, denen sich die Protagonistin einfach nicht entziehen kann, oder nicht?

Vielleicht trauen sich mehr Self-Publisher, diesem Trend entgegenzuwirken? Oder vielleicht wird sich eine Entwicklung im Laufe der Zeit feststellen, auch im Verlagswesen, wer weiß. Ich wünsche mir einfach mehr höflichere Umgangsformen, anstatt dem ewig gleichen Trend hinterherzujagen, welcher meiner Meinung nach ein toxisches Verhalten und Beziehungsmuster romantisiert.

Was ist eure Meinung zu dem Thema und könnt ihr romantische Fantasygeschichten empfehlen, die diesem Muster nicht folgen? Ich weiß, dass ich manche Sachen etwas hart formuliert habe, aber da ich selbst jahrelanges Mobbingopfer war, reagiere ich auf solche Verhaltensweise möglicherweise emotionaler/empfindlicher. Ich möchte mit meinem Beitrag niemanden beleidigen, sondern aufzeigen, warum mich so vieles so wütend macht und würde mich über einen Austausch zu diesem Thema sehr freuen!

Eure Nadine

Verfasst von

Fotografin, Autorin, Coverdesignerin, 27 Jahre.

18 Kommentare zu „Was für mich an Romantasy falsch läuft: ein Rant

  1. Was mich an dieser Stelle einmal interessieren würde: kam in der Diskussion auch das Argument vor, dass die Frau den Bad Boy quasi rettet, man also an ihr Helfersyndrom appelliert?

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      1. Ganz ehrlich, das passt alleine schon in einer Beziehung, wo man sich auf Augenhöhe begegnen sollte, nicht. So ein „Umerziehen“ bzw. „Erziehen“ allgemein ist eher ein Elternteil-Kind-Motiv.

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  2. Hey, seit wann bloggt du wieder? Auf jeden Fall freut es mich, wieder von dir zu lesen, denn genau wegen so Beiträge schätze ich Blogs, es bietet einfach so viel mehr Platz, um ein Thema tiefer zu beleuchten. Ich finde diese Romantisierung auch schwierig, ebenso wenn „Die Vergangenheit entschuldigt alles“, weil dein tut es nicht. Mag deswegen auch The Originals sehr, man hat mit Klaus einen Antihelden im Vordergrund, mit denen man mitfiebert. Seine Vergangenheit wird als Erklärung herangezogen, aber nicht als Entschuldigung für seine ganzen Morde genommen, denn es ist keine Entschuldigung, sondern eine Erklärung.

    Bin gerade auch am überlegen, wie das Verhalten von Jace bei Shadowhunters am Anfang war, denn da war auch was Enemy to lovers trope dabei, allerdings habe ich in der Jugend Dinge weniger kritisch betrachtet.

    Ich brauche bei enemy to lovers Wie auch in allen anderen romantic tropes Augenhöhe, wenn sich beide Protas wegen einem Grund X nicht leiden können, wenn das gegenseitige Necken nicht auf einer extrem herabwürdigende Art passiert, kann es auch gut sein, muss da an Ron und Hermine oder auch an Downton Abby.

    Allerdings gehen Dinge wie Mobbing und auch die oben beschriebene verbale Bekleidung gar nicht, für mich ist dann auch nicht verständlich, was die andere Person attraktiv macht, weil für mich die andere Person durch wäre. Mir sind in den letzten Jahren in Büchern weniger solche negative Beispiele begegnet, vielleicht lese ich aus dem Genre auch nicht so viel, aber ich kann mich erinnern früher ein paar Bücher deswegen abgebrochen zu haben oder mir den nachfolgenden Band nicht geholt habe. Bin aber meistens bei einem Klappentext, der darauf hinweist, schon weg. Ich finde das Bücher auch ohne diese Elemente genug Story Potential haben, es gibt doch so viel anderes was man erzählen kann und mir ist dann ehrlich gesagt auch ein oder zwei erzwungene Dramen lieber. Habe halt die Attraktivität von Düster und Verschlossen noch nie verstanden, während meine Freundinnen in der ersten Staffel von Teen Wolf Derek so toll fanden, war es bei mir mit 16 Scott 😀 finde es eh schön wie bei teen wolf mit Scott und stiles mit toxische Menschlichkeit gebrochen wird. Aber genug dazu, habe hier schon viel zu viel geschrieben, ups 😀

    Liebe Grüße

    Nadine

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    1. Ich habe im Oktober wieder angefangen, dann kam mental health und Demotivation dazwischen, weil das bloggen ja leider immer mehr auf dem abspringenden Ast ist und jetzt fange ich wieder an. Ich habe halt einfach noch so viel zu sagen und zeigen und tatsächlich eigenen sich manche Themen einfach besser für einen Blogbeitrag, als für einen twitter Thread oder eine insta story…
      Ja, genau Antihelden können da so viel bereichern!
      Stimmt, der war auch ein bisschen schroffer 😀 Aber da kenne ich nur die Serie und den Film! 🙂
      Jaaaa Ron und Hermine sind ein gutes Beispiel, wie man diese Art von Beziehung gut umsetzen kann 🙂
      Ja genau, es nützt nichts, das die Person sooo gut aussieht oder das sie sich entwickelt, das verhalten ist und bleibt scheiße und arschig und da kann man doch nicht so einfach drüber hinwegsehen 😦
      Omg ja, ich war auch eher so ein Scott und stiles fan, anstelle von Derek 😀 Stimmt, Teen Wolf hat da in der Richtung super Arbeit geleistet! 🙂
      Liebe Grüße und ich danke dir für deinen ausführlichen Kommentar 🙂

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      1. das kenne ich nur alles zu gut! Aber deswegen habe ich mit dem Bloggen auch noch nicht aufgehört. Ja, ich glaube das hat damals auch dafür gesorgt, dass ich die so gefeiert habe. Man hatte mit den Darstellern auch zwei in den Hauptrollen die auch mal wirklich wie Teenager aussehen (bei Alisson & Lydia ist wieder ne andere Sache), und die Serie ist in vielem so erfrischend untoxisch im Gegensatz zu VD oder Gossip Girl. Aber genug dazu 😀 Dir auch lieben Dank für deinen Kommentar. ne, die ist irgendwie komplett an mir vorbei gegangen, bin aber schon gespannt & das mit Gewalt und Sex habe ich auch schon von Nicole erfahren, freue mich aber schon auf Natalie Dormer.
        Was hat dir an The Queens Cambit nicht gefallen? 🙂 Alles Liebe, Nadine

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      2. Ja das finde ich auch toll! 😍 Ja auf alle Fälle insbesondere zu gg 😅
        OK super ich bin mal gespannt, wie du die Serie findest 🥰
        Ach ich fand the queens quambit wirkte wie eine Serie von BBC. So bedrückend und stereotypisch und voller nerviger Charaktere, Musik, Szenen und Darstellungen. Ich möchte einfach nichts daran 😀 liebe Grüße!

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  3. Ein toller Beitrag. Ich bin ja jemand der das Enemies-to-lovers-trope mag, hatte ja auch in einem Beitrag kürzlich darüber geschrieben, aber nicht in der Variante wie das in deinen Beispielen beschrieben wird. Bei dem Zitat aus dem Buch Wächterin der Dämonen von Laura Cardea, das ich jetzt ehrlich gesagt gar nicht kenne, finde ich die wortwahl halt schon echt heftig. Das wäre für mich dann auch so ein Moment, wo ganz klar die Grenze überschritten ist und ich das nicht mehr als spielerische und unterhaltsame Zankerei einstufen würde. Da werden schon heftige Beschimpfungen ausgesprochen, die in meinen Augen mit Blick auf die Zielgruppe ziemlich fragwürdig sind. Ich bin zwar jemand der die Einstellung hat: Fiktion darf alles, aber sie sollte halt doch zielgruppengerecht aufbereitet werden und wenn solche Schimpfwörter fallen, dann muss das im nächsten Moment auch klar reflektiert und als falsch herausgearbeitet werden. Ob ich für das Paar die Daumen drücken könnte, weiß ich nicht, da ich das komplette Buch jetzt nicht kenne, aber die Szene hätte bei mir einen faden Beigeschmack erzeugt, den ich wohl nie so recht wegbekommen hätte. Als Beispiel fallen mir da Elenor und Jasper von „The Royals“ ein, die konnte ich trotz Jaspers Entwicklung und der Chemie der Darsteller, die meine ich zu der Zeit auch ein paar waren, was man vor der Kamera gespürt hat, nie zu 100% shippen, einfach weil ihre Beziehung so toxisch mit Erpressung startete. Das ist halt was, das dann bleibt und das ganze doch fragwürdig macht. Genauso Chuck und Blair von Gossip Girl, wo ja keine von Chucks Handlungen irgendwelche Konsequenzen hatte. Ich kann ein Paar nicht schippen, bei dem die männliche Figur die eigene Freundin zum Sex gegen ein Hotel angeboten hat. Auch da hat man eine Grenze überschritten.

    Auf der anderen Seite mag ich Elena und Damon und shippe die tatsächlich stark, obwohl auch da toxische Elemente vorhanden sind. Für mich aber noch auf einem Niveau, wo ich zwei Leute tatsächlich noch miteinander gut finden kann. Ich kann mich zumindest nicht daran erinnern kann, dass Damon Elena mit Worten beleidigt, aber ja auch da stört mich zu Beginn seine Bevormundung und das er Elena nicht alleine entscheiden lässt, aber auch die eine Szene wo er Jeremy in Staffel 2 angreift ist komplett unnötig. Wieso ich die beiden dann doch gut finde: Weil zumindest die Entwicklung bei Damon gut gelungen ist und man zumindest im Verlauf der Serie immer wieder darauf hinweist, dass ihre Beziehung tatsächlich toxisch ist. Somit wird das zumindest reflektiert, während das Verhalten selbst durch die Mythologie rund um Vampire begründet werden kann. Gesteigerte Emotionen und so. Ich glaube, dass sorgt dann dafür, dass das Paar für mich funktioniert.

    Was sich da aber ganz gut widerspiegelt: Dass wir in einer Gesellschaft leben, wo man bereit ist solches Verhalten zu verzeihen, solange eine Person gut aussieht, deshalb wohl auch die Betonung der Optik. Ich stimme dir aber zu: Bei dem Thema gehen die Meinung stark auseinander, sieht man ja auch an den anhaltenden Diskussionen. Mit Blick auf mich selbst und jemand der tatsächlich mit Gossip Girl und Vampire Diaries aufgewachsen ist, muss ich aber resümieren, dass mir in der Jugend trotzdem bewusst war, dass Beziehungen anders ablaufen und keine gesunden Beziehungen darstellen bzw. man als Frau nicht so behandelt werden sollte und natürlich auch den eigenen Partner oder die eigene Partnerin niemals so behandeln sollte- Für mich war das auch damals immer schon nur Fiktion, nicht die Realität und mir war bewusst, dass das ganze Verhalten von Figuren und deren Handlungen eben Drama produzieren sollten, aber niemals die Wirklichkeit abbilden. Inwieweit sowas dann tatsächlich die Einstellungen und Aufassungen von Jugendlichen in Bezug auf Romantik/Beziehungen prägt, wäre definitiv mal interessant zu recherchieren, vilt. gibt es dazu ja wissenschaftliche Forschungen.

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    1. Danke dir für deinen mega langen Kommentar 🙂
      Danke, dass du meinen Beitrag gut fandest. Ja, das mit dem faden Beigeschmack kenn ich! Für mich kann dann auch einfach keine Erklärung oder Entschuldigung das wieder bessern. Also bei dem Buch von Laura war das glaube ich mit was dämonischem begründet, aber dennoch nein, einfach nur nein. In was für einer Welt leben wir, dass man sowas vergessen kann`? Und ja, Chuck und Blair sind auf so vielen Ebenen problematisch 😀 Ohhh The Royals ❤ Die Serie habe ich nach den ersten paar Folgen zwar abgebrochen, aber von Jasper und Elenor habe ich mir sowohl viele Fanvideos angeguckt 😀 Ich zb werde nie zu 100% hinter Leyton von OTH stehen können, ich habe einfach meine moralischen Werte und die gehören auch nicht übertreten mit den Worten aber es ist ja die ganz große Liebe. Nein, Betrügen bleibt Betrügen, egal warum oder mit wem.

      Oh ja, bei Delena stimme ich dir voll und ganz zu! Staffel 2 die Szene war auch für mich einer der schlimmsten Szenen der beiden, aber ansonsten wird da wirklich gut drüber reflektiert und Damon hat eben auch was Elena anbelangt seine Grenzen.

      Das stimmt. Das wäre wirklich mal interessant!

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  4. Liebe Nadine,

    Vielen lieben Dank für Deinen Beitrag! Ich glaube auch, dass Drama erzeugen ein großer Punkt unter den Autor:innen ist. Aber Drama geht auch auf Augenhöhe. Enemies to Lovers muss nicht an sich schlecht sein, das wird es – wie du es geschrieben hast – erst dann, wenn es über die „Ich hasse dich und will nichts mit dir zu tun haben“-Einstellung hinausgeht und darauf abzielt zu tiefergehend zu verletzen.

    LG Sabrina

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  5. Hallo Nadine!
    Ich kann dir nur zustimmen. Nachdem ich die ersten Rose Snow-Bücher gut fand, fiel mir auch auf, dass die Autorinnen immer wieder auf das scheinbar gut verkäufliche, gleiche Motiv zurückgreifen: Bad Boy mit Psychoproblem muss von der Hauptperson quasi therapiert werden. Zählt offenbar zu einer weiblichen Phantasie, die aber in echt nicht funktioniert.
    Deswegen freu ich mich immer, wenn ich Bücher finde, die anders sind. Zum Beispiel: Die Nebel von Skye von Katharina Herzog (der Love Interest ist echt lieb und trotzdem cool), auch der bei Eden Academy von Lauren Miller, bei der Zimt-Trilogie von Dagmar Bach und in der Heartless-Trilogie von Sara Wolf nimmt umgekehrt die weibliche Hauptperson die typische Bad Boy-Rolle ein, was auch sehr erfrischend war. Gerade hab ich „Stell dir vor, dass ich dich liebe“ von Jennifer Niven ausgelesen, das ist kein Romantasy, aber die Hauptpersonen waren so weit außerhalb der gängigen Stereotype, dass ich mich wahnsinnig darüber gefreut habe. Ich finde das Thema super wichtig, denn wie du sagst, prägt es unsere Vorstellung von dem, was wir für normal und akzeptabel halten.
    Liebe Grüße, Tala

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    1. Hallo Tala, Danke dir für deinen Kommentar! 🙂 Ja genau, jemand hat ihre neuen Büchern nicht mehr als Romantasy, sondern als New Adult mit fantastischen Elementen beschrieben und das finde ich sehr passend. Die Nebel von Skye steht auch noch auf meinem SUB, das freut mich echt zu hören 🙂 Ich werde mir die Bücher auch mal anschauen, Danke dir! Ja genau, das wird so schnell vergessen und missachtet. Lieben Gruß.

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      1. Bin gespannt auf deine Meinung zu den Nebel von Skye! Es kommt auch immer bisschen darauf an, was man gerade davor und danach gelesen hat, wie man ein Buch so beurteilt 🙂 Liebe Grüße!

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