Manche Enttäuschung vergeht nie: Ein Trip nach London, oder wie alles schiefgeht, was schiefgehen kann

Kennt ihr das? Manche Enttäuschungen vergehen auch nach Jahren nicht. Manchen Schmerz halt nicht einmal die Zeit selbst. Ich will heute über eine Enttäuschung berichten, die genau vor drei Jahren passierte, am 10.6.2018.

Bevor jetzt wilde Erwartungen aufgebaut werden: Schmerz ist subjektiv und persönlich. Enttäuschungen reichen von einer abgesagten Weltreise bis hin zu einem ausgefallenen Konzert. Um letzteres geht es hier. Ich weiß, dass es nicht für jeden eine solch schlimme Sachen wäre, für mich war es dies aber und wird es auch bis heute immer bleiben, erst recht unter den Umständen.

Aber alles auf Anfang, worum geht es? Ich bin ein riesengroßer Demi Lovato Fan. Sier ist mein Idol, meine Inspiration, Demis Lyrics habe ich tätowiert auf meiner Haut. Auch wenn sier sich heutzutage sehr verändert hat, werde ich immer ein riesengroßer Fan von Demi bleiben. Daher einer der ganz großen Lebensträume: Demi einmal in einem Konzert live erleben.

Demi gab anhand der großen Tour auch ein Konzert in Köln, welches wir aber leider aus anderen Gründen nicht wahrnehmen konnten, daher entschieden wir uns, Tickets für das Konzert in London zu buchen. Ich leider seit über 10 Jahren unter Emetophobie und Agoraphobie, deswegen ist für mich fliegen oder länger als zwei bis drei Stunden am Stück in einem Transportmittel sitzen schlichtweg die Hölle. Aber es handelte sich um Demi! Also traf ich alle bestmöglichen Vorkehrungen und stieg in den Flieger für 2 Stunden, um nach London zu reisen. Ich liebe London, ich und meine Schwester waren schon häufiger dort. Das Konzert entsprach einem Wochenendausflug. Auf diesen Moment wartete ich seit 10 Jahren, so lange bin ich schon ein Fan von Demi, wenn nicht sogar länger.

Es fing schon gut damit an, dass der Flug gecancelt wurde. Die Show fand abends statt, am Morgen reisten wir an. Wir verbrachten Stunden in Köln am Schalter. Man wollte uns über München fliegen lassen und dann mit umsteigen, sodass ich zweimal hätte fliegen müssen. Meine Phobie machte mir da stark einen Strich durch die Rechnung. Ich sollte es nicht nur einmal schaffen, sondern gleich zweimal an einem Tag? Unvorbereitet? Ihr könnt euch die Panik vorstellen, das war alles ein absoluter Albtraum. Nach laaangeeen Verhandlungen schafften wir es, einen Flug zu bekommen, welcher später flog, aber diesmal ohne Umsteigen, sodass wir nur einmal fliegen mussten. Ihr könnt euch vorstellen, das ich drei Kreuze gemacht habe, als ich diesen Gott sei Dank ohne weitere Vorkommnisse oder Turbulenzen geschafft habe. Aber wir dachten da schon: „Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen“. Durch die spätere Anreise hatten wir einen halben Tag in London verloren.

Das Konzert wurde eine Stunde vor dem offiziellen Einlass gecancelt. Um 18 Uhr wäre Einlass gewesen, um 17 Uhr erreichte uns die Nachricht auf Twitter bzw. es gab aufgestellte Hinweisschilder in den U-Bahnen, schließlich war die 02 Arena auch nicht gerade klein. Ich weiß noch, wie Yvonne auf dem Bett saß, noch kurz am Handy war, während ich mir meine Schuhe anzog, wir wollten jeden Moment losfahren zur Arena. Und auf einmal bricht Yvonne in Tränen aus. Ich dachte erst die Setliste der Songs hätte sich geändert, es würde doch Skyscraper gespielt werden oder sowas. Wer rechnet schon mit solch einer Nachricht so kurz vorher? Hier kann man es bei BBC News nachlesen. Und Hier findet sich Demis Nachricht dazu.

Tatsächlich wurde das Konzert verschoben, es sollte ca. zwei Wochen später stattfinden. Das nützte uns aber nichts, weil wir dafür nicht noch einmal nach London fliegen konnten. Das verlorene Geld wog also weniger schwer, als das Pech, welches uns an diesem Wochenende verfolgte.

Den Abend verbrachten wir in unserem Hotelzimmer und sahen zu, dass wir uns irgendwie Essen holten, denn das hätte es ja eigentlich auch auf dem Konzert gegeben. Am nächsten Tag erkundeten wir noch ein bisschen London von der Zeit, die uns noch blieb, aber es war nicht das Gleiche. Alles hatte einen fahlen Beigeschmack.

Übrigens fand der Rückweg mit dem Zug stand, welcher genauso fürchterlich war, denn dort hatten Anschlusszüge Verspätung, andere Züge wurden gestrichen und wir mussten in einem fremden Land mit fremder Sprache umsteigen und niemand konnte uns sagen, wohin es ging und letzten Endes kamen wir erst gegen Mitternacht zu Hause an. Nie war „wenn alles schiefgeht, was schiefgehen kann“, zutreffender. Gut, außer vielleicht in meinem Urlaub in New York, aber das wäre wieder eine andere Geschichte.

Ich habe aus diesem Wochenendurlaub wunderschöne Fotos mitnehmen können, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass mich dieses Wochenende gleichzeitig immer traurig machen wird. Weil ich nicht glauben kann, wie viel Pech man im Leben haben kann und das manchmal einfach Dinge im Leben nicht sein sollen. Einem Traum so nah zu sein und in diesen dann so kurz vorher unerwartet entrissen zu bekommen, wird immer weh tun. Natürlich nagt auch immer die Frage des was wäre wenns an mir: wenn wir doch nach Köln gekonnt hätten, wenn sie nicht ausgerechnet in London krank geworden wäre… ich werde es nie erfahren.

Es gab in den letzten drei Jahren auch keine Möglichkeit, das wieder nachzuholen. Einen Monat nach dem Konzert in London hatte Demi eine Überdosis, kämpfte um ihr Leben, dann kam Corona, Demi musste sich erholen und wer weiß, wann es wieder ein Konzert geben wird und ob sich dann nochmal eine Chance ergibt!

Könnt ihr meine Enttäuschung zum abgesagten Konzert und den Umständen nachvollziehen? Interessiert euch der Blogbeitrag über New York?

EURE NADINE

Verfasst von

Fotografin, Autorin, Coverdesignerin, 27 Jahre.

4 Kommentare zu „Manche Enttäuschung vergeht nie: Ein Trip nach London, oder wie alles schiefgeht, was schiefgehen kann

  1. Das tut mir echt leid. Ich hätte mich da auch echt mies gefühlt und den Aufenthalt nicht mehr wirklich gut genießen können. Wie ärgerlich und schade. Die Fotos sind natürlich wunderschön.
    Ich drücke euch die Daumen, dass es doch nochmal eine Möglichkeit geben wird, sie zu sehen ❤

    Gefällt 1 Person

  2. Ich kann aber verstehen, dass ihr da dann gefrustet wart und den Aufenthalt nicht genießen konntet. Da ist man natürlich enttäuscht, weil ihr habte euch ja beide auf das Konzert gefreut und dem ganzen wahrscheinlich auch lange davor entgegengefiebert und finanziell tut das natürlich auch weh :/. Ich stimme dir aber zu: An dem Wochenende ging bei euch echt richtig viel schief. Ich drücke die Daumen, dass ihr gemeinsam noch einmal auf ein Demi Konzert könnt und du dir diesen Traum erfüllen kannst.

    Ps: Die Fotos sind dafür aber umso schöner geworden ;). London ist auch eine meiner liebsten Metropolen.

    Dankeschön für dein liebes Kommentar Nadine,
    ja das ist immer total ärgerlich. Ich würde mir da echt wünschen, dass Prime und Netflix frühzeitig angeben, wie lange Serien im Abo vorhanden sind. Tatsächlich macht das Sky Ticket das richtig gut, da steht das von Anfang an mit dabei.

    Bei den älteren Serien liegt das wohl oft an den Musikrechten, dass sie hier nicht verfügbar sind, was natürlich für Fans total ärgerlich sind. Könnte mir vorstellen dass das bei „One Tree Hill“ tatsächlich ein großes Problem sein könnte, weil da Musik so zentral ist. Würde mir aber auch 92010, Hart of Dixie usw. bei Streaming-Diensten wünschen.

    Die Cliffhanger bei „The Royals“ sind wirklich heftig, ich glaube dass die bei dir auch Frust auslösen werden, weil die wurden nicht mal in Interviews aufgelöst.

    Gefällt 1 Person

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